Kleine rote Knötchen und Pusteln um den Mund, an den Nasenflügeln, manchmal um die Augen – mit einem schmalen freien Saum direkt an der Lippe. Die Haut spannt, brennt, schuppt. Und je mehr gecremt wird, desto schlimmer wird es. Periorale Dermatitis (Mundrose, Stewardessen-Krankheit) betrifft vor allem Frauen zwischen 20 und 45 – und ist in vielen Fällen eine Reaktion auf zu viel Pflege. In der Privatpraxis Dr. Wenzel in Meerbusch bei Düsseldorf stellen wir die richtige Diagnose und führen Sie durch die Therapie, die zunächst paradox klingt: weniger ist mehr.
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Die Ursache ist meist eine überforderte Hautbarriere: zu viele Pflegeprodukte, reichhaltige Cremes, Kosmetik mit vielen Inhaltsstoffen, häufiger Produktwechsel. Die Haut quillt auf, die Barriere bricht, es entsteht eine Entzündung. Kortisonhaltige Cremes – oft in bester Absicht aufgetragen – verschlimmern das Bild: Kurzfristig wird es besser, nach dem Absetzen deutlich schlimmer. Ein Teufelskreis.
Weitere Auslöser: Fluoridhaltige Zahnpasta, Mundspülungen, hormonelle Verhütung, Stress, UV-Strahlung. Die periorale Dermatitis ist keine Infektion, keine Allergie und keine Akne – wird aber oft mit beidem verwechselt und dann falsch behandelt.

Diagnose und Aufklärung
Die periorale Dermatitis ist eine Blickdiagnose für den erfahrenen Dermatologen – das typische Bild mit dem freien Lippensaum ist charakteristisch. Wir fragen nach Pflegeprodukten, Kortison, Zahnpasta, Verhütung. Und wir erklären, warum weniger Pflege der Weg zur Heilung ist – denn das ist für viele Patienten zunächst schwer zu akzeptieren.
Nulltherapie und Medikamente
Alle Cremes, Make-up und Kosmetik im betroffenen Areal absetzen. Reinigung nur mit lauwarmem Wasser. Bei stärkerer Ausprägung ergänzen wir eine antientzündliche Creme ohne Kortison – oder bei schwerem Verlauf antientzündliche Tabletten über einige Wochen. Wurde Kortison verwendet, klären wir über die Absetzphase auf: Die Haut wird zunächst schlechter, bevor sie besser wird – das gehört dazu.
Abheilung und Pflegekonzept
Nach 6 bis 12 Wochen ist die Haut meist abgeheilt. Jetzt geht es darum, dass es so bleibt: Wir stellen ein minimalistisches Pflegekonzept zusammen – wenige, reizarme Produkte, keine reichhaltigen Cremes, kein Kortison. Bei Neigung zu Rückfällen bleibt das Konzept dauerhaft.

Die periorale Dermatitis ist die Erkrankung, bei der ich meinen Patientinnen sagen muss: Tun Sie weniger. Das fällt schwer – wir sind es gewohnt, Probleme mit Produkten zu lösen. Aber hier ist das Absetzen die Therapie. Wer das konsequent durchhält, wird belohnt.
Periorale Dermatitis: Kleine Papeln und Pusteln um Mund und Nase, freier Saum an der Lippe, oft Schuppung, Brennen. Frauen 20 bis 45. Auslöser: Pflege, Kortison. Therapie: weniger Pflege.
Rosacea: Rötungen, Flush, Äderchen, Papeln im zentralen Gesicht – Wangen, Nase, Stirn. Kein freier Lippensaum. Ab 30. Auslöser: Sonne, Hitze, Alkohol. Therapie: Gefäßlaser, antientzündlich.
Akne: Mitesser als Grundläsion, Papeln und Pusteln – auch Rücken und Brust. Jugendliche und junge Erwachsene. Auslöser: Hormone, Talg. Therapie: Retinoide, antibakteriell.
Seborrhoisches Ekzem: Fettige gelbliche Schuppen auf Rötung – Nasenfalten, Augenbrauen, Kopfhaut. Kein freier Lippensaum. Therapie: antimykotisch.
Die Verwechslung mit Akne oder Rosacea führt zu falscher Therapie – und die verschlimmert die periorale Dermatitis.
Alles absetzen: Cremes, Seren, Öle, Make-up, Sonnencreme, Lippenpflege im Areal. Ja, alles. Auch das „eine Produkt, das immer gut war“.
Nur Wasser: Morgens und abends mit lauwarmem Wasser reinigen. Kein Reinigungsgel, kein Mizellenwasser, keine Tücher.
Nicht anfassen: Nicht drücken, nicht kratzen, nicht mit den Fingern über die Stellen fahren.
Zahnpasta wechseln: Fluoridfreie Zahnpasta ohne Aromen für die Behandlungszeit. Nach dem Zähneputzen Mundbereich mit Wasser abspülen.
Schwarztee-Umschläge: Bei Spannen und Brennen: abgekühlten Schwarztee auf ein Tuch, 10 Minuten auflegen. Beruhigt ohne Wirkstoffe.
Geduld: Die ersten 1 bis 2 Wochen wird es oft schlimmer, bevor es besser wird – besonders nach Kortison. Durchhalten. Nach 3 bis 4 Wochen sieht man die Wende.
Sonne meiden: Da Sonnencreme abgesetzt ist, in dieser Zeit Schatten suchen, Hut tragen.
Weil die Haut sich von der Überpflegung entwöhnen muss – und besonders nach Kortison ein Rebound eintritt. Diese Verschlechterung dauert 1 bis 2 Wochen und ist ein Zeichen, dass die Therapie greift. Durchhalten lohnt sich.
Nein. Sie ist keine Infektion, sondern eine Reaktion der Hautbarriere. Nicht übertragbar.
Während der Nulltherapie nicht im betroffenen Areal. Schützen Sie sich stattdessen mit Hut und Schatten. Nach der Abheilung: leichte, mineralische Sonnencreme ohne Duftstoffe.
Erste Besserung nach 2 bis 4 Wochen, Abheilung nach 6 bis 12 Wochen. Wer Kortison verwendet hat, braucht länger.
Sie kann – wenn die Haut wieder überpflegt wird. Wer nach der Abheilung beim minimalistischen Pflegekonzept bleibt, hat gute Chancen, dauerhaft frei zu bleiben.
Rosacea betrifft das zentrale Gesicht mit Rötungen, Flush und Äderchen – ohne freien Lippensaum. Periorale Dermatitis sitzt um Mund und Nase mit freiem Saum an der Lippe und kleinen Papeln. Die Therapien sind grundverschieden.
Die fachärztliche Diagnostik und Therapie werden von privaten Krankenversicherungen übernommen.
Periorale Dermatitis richtig erkennen und mit dem Mut zur Nulltherapie heilen – bei Ihrem Hautarzt in Meerbusch bei Düsseldorf, nahe Neuss und Krefeld. Vereinbaren Sie Ihren Termin – wir klären, ob es wirklich eine periorale Dermatitis ist.
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