Flache, violette, glänzende Knötchen an Handgelenken und Unterschenkeln, die stark jucken. Weißliche, netzartige Streifen in der Wangenschleimhaut. Rillen und Verdünnung der Nägel. Haarverlust mit Narben. Der Lichen ruber planus (Knötchenflechte) ist eine entzündliche Erkrankung, bei der das Immunsystem die Grenzschicht zwischen Ober- und Lederhaut angreift – an Haut, Schleimhaut, Nägeln und Kopfhaut. In der Privatpraxis Dr. Wenzel in Meerbusch bei Düsseldorf erkennen wir die verschiedenen Formen, sichern die Diagnose und behandeln gezielt – auch die Formen, die oft übersehen werden.
Beratungstermin buchen
Der Lichen ruber planus ist eine T-Zell-vermittelte Entzündung, deren Auslöser nicht vollständig geklärt ist. Bekannt sind Zusammenhänge mit Hepatitis C, bestimmten Medikamenten (Blutdruckmittel, Malariamittel, Schmerzmittel), Zahnmaterialien (Amalgam) und Stress. Die Erkrankung betrifft meist Erwachsene zwischen 30 und 60, Männer und Frauen gleichermaßen.
Die Haut zeigt die klassischen „5 P“: pruritic (juckend), purple (violett), polygonal (vieleckig), planar (flach), papules (Knötchen). Aber der Lichen ruber ist nicht nur eine Hauterkrankung: Bei der Hälfte der Patienten ist die Mundschleimhaut betroffen – und die orale Form kann über Jahre bestehen, während die Haut längst abgeheilt ist. Die oralen und die vernarbenden Formen an Kopfhaut und Nägeln sind die, die konsequente Betreuung brauchen.

Vollständige Untersuchung
Alle vier Lokalisationen – Haut, Mund, Kopfhaut, Nägel. Viele Patienten kommen wegen der Haut und wissen nicht, dass auch die Mundschleimhaut betroffen ist. Dermatoskopie zeigt die Wickham-Streifen und unterscheidet vom Ekzem oder Psoriasis.
Sichern und Ursachen prüfen
Hautbiopsie zur Diagnosesicherung. Labor: Hepatitis-Serologie, Leberwerte. Durchsicht Ihrer Medikamentenliste – bei Verdacht auf medikamenteninduzierten Lichen ruber Rücksprache mit dem verordnenden Arzt.
Therapie nach Lokalisation
Haut: kortisonhaltige Cremes, bei ausgedehntem Befall UVB-Lichttherapie. Mund: Haftsalben, Mundspülungen, kortisonfreie Alternativen. Kopfhaut und Nägel: intensive antientzündliche Therapie, bei Bedarf systemisch – hier zählt Geschwindigkeit. Schwere Verläufe: Retinoide oder Immunsuppressiva.
Kontrolle
Hautform alle 3 bis 6 Monate bis zur Abheilung. Orale Form dauerhaft – wegen des leicht erhöhten Karzinomrisikos bei erosiven Verläufen. Kopfhaut engmaschig, um Aktivität zu erfassen. Recall-System.
Die Hautform mit den violetten Knötchen an Handgelenken, Unterarmen, Unterschenkeln, Kreuzbein. Unter dem Dermatoskop sichtbar: die feinen weißen Wickham-Streifen auf den Knötchen. Heilt meist in 1 bis 2 Jahren ab, hinterlässt dunkle Flecken, die über Monate verblassen.
Weißliche, netz- oder farnkrautartige Streifen an der Wangenschleimhaut, Zunge, Zahnfleisch. Kann schmerzhafte Erosionen bilden, die Essen und Zähneputzen erschweren. Verläuft chronisch, oft über viele Jahre. Bei erosiven Formen leicht erhöhtes Risiko für Mundschleimhautkrebs – regelmäßige Kontrolle ist wichtig.
Entzündung um die Haarfollikel mit Rötung und Schuppung – führt zu vernarbendem Haarausfall. Verlorene Haare wachsen nicht nach. Deshalb ist die frühe Diagnose entscheidend: Jeder Monat ohne Therapie kostet Follikel.
Längsrillen, Verdünnung, Aufsplitterung der Nagelplatte, im schlimmsten Fall Verwachsung von Nagelhaut und Nagelbett (Pterygium). Bei 10 Prozent der Patienten. Frühe Therapie verhindert bleibende Schäden.

Der Lichen ruber ist eine Erkrankung, die man an vier Stellen suchen muss – und die meisten Patienten wissen nur von einer. Deshalb schaue ich bei jedem Verdacht in den Mund, auf die Kopfhaut und auf die Nägel. Und bei Kopfhautbefall behandle ich sofort: Was dort vernarbt, kommt nicht wieder.
Nein. Es ist eine Autoimmunreaktion, keine Infektion – nicht übertragbar, auch nicht bei Schleimhautbefall.
Der Zusammenhang ist statistisch belegt – Patienten mit Hepatitis C haben häufiger Lichen ruber, besonders die orale Form. Deshalb prüfen wir bei jeder Diagnose die Hepatitis-Serologie.
Die Hautform meist innerhalb von 1 bis 2 Jahren, auch ohne Therapie – die Therapie lindert den Juckreiz und beschleunigt. Die orale Form ist chronisch und braucht langfristige Betreuung. Vernarbende Formen an Kopfhaut und Nägeln heilen nicht – sie müssen gestoppt werden.
Die Entzündung hinterlässt Pigment in der Haut (postinflammatorische Hyperpigmentierung). Die Flecken verblassen über Monate, bei dunkleren Hauttypen langsamer. Sonnenschutz beschleunigt.
Bei erosiven Formen ist das Risiko für ein Plattenepithelkarzinom der Mundschleimhaut leicht erhöht – etwa 1 Prozent. Deshalb regelmäßige Kontrollen: Jede wunde Stelle, die nicht in 2 Wochen heilt, wird biopsiert.
Bestimmte Blutdruckmittel, Entwässerungsmittel, Malariamittel, Schmerzmittel und Antidiabetika. Wenn der Lichen ruber kurz nach einem neuen Medikament begann, prüfen wir den Zusammenhang.
Diagnostik, Biopsie, Labor, Lichttherapie und medikamentöse Therapie sind medizinisch notwendig – private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten.
Lichen ruber planus an Haut, Mund, Kopfhaut und Nägeln erkennen und gezielt behandeln – bei Ihrem Hautarzt in Meerbusch bei Düsseldorf, nahe Neuss und Krefeld.
Termin buchen