Dermatologie

Aktinische Keratosen – die häufigste Präkanzerose der Haut

Aktinische Keratosen entstehen durch chronische UV-Schädigung der Oberhaut. Die Hautzellen (Keratinozyten) verändern sich, verhornen unregelmäßig und bilden raue, schuppende, oft rötliche Flecken. Betroffen sind chronisch sonnenexponierte Stellen: Stirn, Glatze, Nasenrücken, Ohren, Unterlippe, Handrücken, Unterarme und Dekolleté.

Wichtig zu wissen: Meist ist nicht nur eine Stelle betroffen, sondern das gesamte UV-geschädigte Hautfeld – die sogenannte Feldkanzerisierung. Auch dort, wo noch nichts sichtbar ist, können sich bereits veränderte Zellen befinden. Deshalb behandeln wir bei ausgedehntem Befall nicht nur die sichtbaren Läsionen, sondern das gesamte Areal.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Hautkrebsvorstufen – können unbehandelt in ein Plattenepithelkarzinom übergehen.
  • Gesamtes Therapiespektrum – PDT, Kryotherapie, CO2- und Erbium-YAG-Laser, topische Therapie, operative Entfernung.
  • Feldtherapie mit DL-PDT – behandelt auch unsichtbare Vorstufen im geschädigten Hautareal, schmerzarm und ganzjährig.
  • Berufskrankheit bei Außenberufen – Dachdecker, Landwirte, Bauarbeiter: wir übernehmen die Meldung an die Berufsgenossenschaft.
  • Regelmäßige Kontrolle mit Recall – wer einmal aktinische Keratosen hatte, bekommt fast immer neue.
  • Frühzeitig behandeln – je kleiner und flacher die Keratose, desto schonender die Therapie.
Fakten

Ihre Behandlung auf einen Blick

Diagnostik
Dermatoskopie, Schweregrad nach Olsen (Grad I–III), Ausschluss eines invasiven Karzinoms
Therapieoptionen
PDT, Kryotherapie, Laser, topische Therapie, Exzision – je nach Befund
Behandlungsdauer
Kryotherapie 5 Minuten, PDT 2 bis 3 Stunden (inkl. Einwirkzeit), Laser 15 bis 30 Minuten
Sitzungen
Kryo/Laser meist 1, PDT 1 bis 2, topische Therapie mehrere Tage bis Wochen
Ausfallzeit
Kryo/PDT 3 bis 7 Tage Rötung und Krustung, Laser 1 bis 2 Wochen
Nachsorge
Sonnenschutz LSF 50 dauerhaft, Kontrolle alle 6 bis 12 Monate
Ablauf

Ihre Behandlung in 3 Schritten

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    Diagnostik und Beurteilung

    Jede aktinische Keratose wird dermatoskopisch beurteilt. Wir bestimmen den Schweregrad (Grad I–III nach Olsen), prüfen, ob eine Feldkanzerisierung vorliegt, und schließen ein beginnendes Plattenepithelkarzinom aus. Bei Verdacht auf einen invasiven Tumor erfolgt eine Probebiopsie.

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    Individuelle Therapie

    Je nach Befund empfehlen wir das geeignete Verfahren oder eine Kombination – abgestimmt auf Anzahl, Dicke, Lokalisation und Ausdehnung der Keratosen. Die Behandlung erfolgt ambulant in unserer Praxis.

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    Verlaufskontrolle und Prävention

    Aktinische Keratosen neigen dazu, erneut aufzutreten, solange die UV-Schädigung fortbesteht. Regelmäßige Kontrollen alle 6 bis 12 Monate sind daher essenziell. Wir beraten Sie zu konsequentem Sonnenschutz und geeigneten Pflegeprodukten.

Dr. med. Elisângela Wenzel
Aktinische Keratosen sind ein Warnsignal der Haut – und zugleich eine Chance. Wer sie frühzeitig erkennt und konsequent behandelt, kann der Entwicklung eines invasiven Hautkrebses wirksam vorbeugen. Mit der PDT steht uns ein Verfahren zur Verfügung, das nicht nur die sichtbaren Veränderungen behandelt, sondern das gesamte geschädigte Hautfeld.
Dr. med. Elisângela Wenzel Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, D.A.L.M.

PDT, Kryotherapie, Laser oder Creme – welche Therapie ist wann sinnvoll

Photodynamische Therapie (PDT): Ein Wirkstoff wird aufgetragen, reichert sich in den veränderten Zellen an und wird durch Licht aktiviert – die kranken Zellen sterben ab, gesunde bleiben verschont. Ideal bei Feldkanzerisierung, weil das gesamte Areal behandelt wird. Unsere DL-PDT (simuliertes Tageslicht) ist deutlich schmerzärmer als die klassische Rotlicht-PDT.

Kryotherapie (Vereisung): Flüssiger Stickstoff zerstört die veränderten Zellen durch Kälte. Schnell, unkompliziert, ohne Betäubung – ideal für einzelne, flache Keratosen. Nachteil: kann helle Narben hinterlassen, keine Feldwirkung.

CO2- oder Erbium-YAG-Laser: Präzise Abtragung – ideal für dicke, hyperkeratotische Keratosen oder wenn Kryo nicht ausreicht. Unter lokaler Betäubung, mit kurzer Abheilzeit beim Erbium-YAG.

Topische Therapie (Cremes und Salben): Verschiedene Wirkstoffe stehen zur Verfügung – die Anwendungsdauer reicht je nach Präparat von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen. Feldwirkung ohne Praxisbesuch. Je nach Wirkstoff ist mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Entzündungsreaktion zu rechnen – wir wählen das Präparat passend zu Befund und Ihrem Alltag aus.

Operative Entfernung: Bei Verdacht auf Übergang in ein invasives Karzinom – mit Histologie zur Diagnosesicherung.

Häufig kombinieren wir mehrere Verfahren: PDT für das gesamte sonnengeschädigte Hautareal, Laser oder Kryotherapie für einzelne dicke Keratosen, die darin liegen.

So schützen Sie Ihre Haut vor neuen aktinischen Keratosen

  • Sonnenschutz jeden Tag: LSF 50 auf Gesicht, Ohren, Nacken, Glatze und Handrücken – auch im Winter, auch bei bewölktem Himmel. UV-Strahlung ist ganzjährig da.
  • Kopfbedeckung: Bei Glatze oder lichtem Haar ist ein Hut mit breiter Krempe der wirksamste Schutz für Kopfhaut, Stirn und Ohren.
  • Mittagssonne meiden: Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Belastung am höchsten. Schatten suchen, Aktivitäten im Freien auf Morgen oder Abend verlegen.
  • Schützende Kleidung: Langärmelige Hemden, lange Hosen, UV-Schutz-Textilien bei Gartenarbeit oder Sport.
  • Kein Solarium: Künstliche UV-Strahlung ist genauso schädlich wie Sonne – für Menschen mit aktinischen Keratosen tabu.
  • Selbstkontrolle: Einmal monatlich die typischen Stellen abtasten – raue, sandpapierartige Flächen früh erkennen.
  • Regelmäßige Kontrolle: Alle 6 bis 12 Monate bei uns – wer einmal aktinische Keratosen hatte, bekommt mit hoher Wahrscheinlichkeit neue.
Was sagen unsere Patienten?

Erfahrungen, die Vertrauen schaffen

Häufige Fragen zu aktinischen Keratosen

Sind aktinische Keratosen gefährlich?

Sie sind Präkanzerosen – Krebsvorstufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine einzelne Keratose in ein Plattenepithelkarzinom übergeht, ist gering – aber bei vielen Keratosen steigt das Risiko. Da nicht vorhersagbar ist, welche Veränderung diesen Schritt vollzieht, empfehlen die Leitlinien eine konsequente Behandlung.

Kann ich aktinische Keratosen selbst erkennen?

Raue, schuppende Stellen, die über Wochen bestehen bleiben und sich nicht wegcremen lassen, sollten fachärztlich untersucht werden. Oft sind sie eher zu tasten als zu sehen – wie feines Sandpapier.

Welche Behandlung ist die beste?

Das hängt von Anzahl, Schweregrad und Lokalisation ab. Bei Einzelherden eignen sich Kryotherapie oder Laser. Bei Feldkanzerisierung ist die PDT häufig die beste Wahl. Wir beraten Sie individuell.

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Kryotherapie: kurzes Kältegefühl. DL-PDT: deutlich schmerzärmer als die klassische Rotlicht-PDT, meist nur ein leichtes Wärme- oder Kribbelgefühl. Laser: unter lokaler Betäubung.

Was ist Feldkanzerisierung?

Ein größeres Hautareal, in dem durch UV-Schädigung bereits viele Zellen verändert sind – auch dort, wo noch nichts sichtbar ist. Deshalb reicht es bei ausgedehntem Befall nicht, nur die sichtbaren Stellen zu behandeln. Die PDT erfasst das gesamte Feld.

Können aktinische Keratosen wiederkommen?

Ja, da die UV-Schädigung der Haut bestehen bleibt, können jederzeit neue Keratosen entstehen. Regelmäßige Kontrollen und konsequenter Sonnenschutz sind langfristig wichtig.

Wie kann ich vorbeugen?

Konsequenter Sonnenschutz ist die wichtigste Maßnahme: LSF 50, Kopfbedeckung, Meidung der Mittagssonne. Wer beruflich im Freien arbeitet, hat ein besonders hohes Risiko – aktinische Keratosen sind als Berufskrankheit anerkannt.

Übernimmt die Versicherung die Kosten?

Die Behandlung aktinischer Keratosen ist eine medizinisch notwendige Leistung. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten in der Regel vollständig – auch für die PDT.

Beratungstermin

Vereinbaren Sie Ihren Termin – wir prüfen, ob es sich um aktinische Keratosen handelt.

Aktinische Keratosen frühzeitig erkennen und konsequent behandeln – Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei Ihrem Hautarzt in Meerbusch bei Düsseldorf, nahe Neuss und Krefeld.

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