Dermatologie

Sklerodermie – Morphea oder systemisch

Bei der Sklerodermie produzieren Bindegewebszellen zu viel Kollagen. Die Haut verdickt und verhärtet sich, verliert Elastizität und Beweglichkeit. Warum das Immunsystem diesen Prozess auslöst, ist nicht vollständig geklärt – genetische Faktoren, Umwelteinflüsse und Gefäßschäden spielen zusammen.

Die zirkumskripte Sklerodermie (Morphea) ist auf die Haut begrenzt: Einzelne oder mehrere verhärtete Herde, meist am Rumpf oder an den Extremitäten, mit typischem lila Randsaum in der aktiven Phase. Sie betrifft keine inneren Organe und hat eine gute Prognose – aber sie kann Narben, Pigmentverschiebungen und bei Kindern Wachstumsstörungen hinterlassen.

Die systemische Sklerodermie beginnt fast immer mit dem Raynaud-Phänomen – Finger, die bei Kälte weiß, dann blau, dann rot werden. Es folgen geschwollene, straffe Finger, verhärtete Haut an Händen und Gesicht, und die Beteiligung von Speiseröhre, Lunge, Herz oder Nieren. Diese Form braucht eine interdisziplinäre Betreuung.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Formen, zwei Prognosen – Morphea betrifft nur die Haut, systemische Sklerodermie auch innere Organe.
  • Raynaud als Frühzeichen – weiße Finger bei Kälte sind oft das erste Symptom der systemischen Form.
  • Lila Rand bedeutet Aktivität – bei Morphea zeigt der Randsaum, ob der Herd noch wächst.
  • Antikörper unterscheiden – ANA, Anti-Scl-70 und Anti-Zentromer sagen viel über Form und Verlauf.
  • Früh behandeln – aktive Morphea spricht auf Therapie an, verhärtete Narben nicht mehr.
  • Interdisziplinär – Haut bei uns, Lunge, Herz und Nieren beim Rheumatologen.
Fakten
Verdachtsmomente
Verhärtete, glänzende Hautareale, Raynaud-Phänomen, straffe Finger, Schluckbeschwerden, Atemnot bei Belastung
Diagnostik
Klinische Untersuchung, Dermatoskopie der Nagelfälze, Hautbiopsie, Labor (ANA, Sklerodermie-Antikörper), bei Verdacht auf Systembeteiligung Lungenfunktion und Echokardiographie
Therapie Morphea
Kortisonhaltige Cremes, Calcineurin-Inhibitoren, UV-Lichttherapie, bei ausgedehntem Befall Systemtherapie
Therapie systemisch
Gefäßerweiternde Medikamente gegen Raynaud, Immunsuppressiva, Organtherapie – durch Rheumatologen
Physiotherapie
Erhält Beweglichkeit von Fingern und Gelenken
Kontrolle
Morphea alle 3 bis 6 Monate, systemisch engmaschig interdisziplinär
Ablauf
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    Erkennen und unterscheiden

    Klinische Untersuchung der verhärteten Areale, Dermatoskopie der Nagelfälze (erweiterte Gefäße deuten auf systemische Form), Fragen nach Raynaud, Schluckbeschwerden, Atemnot, Gelenkschmerzen. Hautbiopsie zur Sicherung.

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    Labor und Organcheck

    ANA und Sklerodermie-spezifische Antikörper (Anti-Scl-70, Anti-Zentromer, Anti-RNA-Polymerase) – sie unterscheiden Morphea von systemischer Form und sagen etwas über Organrisiko. Bei Verdacht auf Systembeteiligung: Lungenfunktion, Echokardiographie, Nierenwerte in Kooperation.

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    Therapie

    Morphea: antientzündliche Cremes bei einzelnen Herden, UV-A1-Lichttherapie bei mehreren, bei linearer oder generalisierter Form Systemtherapie mit Kortison und Immunsuppressiva. Systemische Sklerodermie: Raynaud-Therapie, Immunsuppressiva, Organbehandlung beim Rheumatologen – die Haut bleibt bei uns.

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    Kontrolle und Physiotherapie

    Regelmäßige Beurteilung von Aktivität und Ausbreitung, Fotodokumentation. Physiotherapie erhält Beweglichkeit – besonders bei linearer Morphea über Gelenken und bei straffen Fingern. Recall-System für alle Kontrolltermine.

Überblick

Morphea – die Hautform im Detail

Plaque-Morphea

Die häufigste Form – ein oder mehrere runde, verhärtete Herde am Rumpf, anfänglich mit lila Rand, später elfenbeinfarben und glänzend. Heilt oft nach Jahren aus, hinterlässt aber verdünnte Haut und Pigmentverschiebungen.

Lineare Morphea

Streifenförmige Verhärtung an Arm oder Bein, bei Kindern die häufigste Form. Kann über Gelenke ziehen und die Beweglichkeit einschränken, bei Kindern das Wachstum der Extremität beeinträchtigen. Braucht frühe, konsequente Therapie.

En coup de sabre

Eine lineare Morphea an der Stirn – wie ein Säbelhieb, mit Haarverlust und Einziehung. Kann bis zum Knochen reichen. Frühe Behandlung verhindert bleibende Deformität.

Generalisierte Morphea

Mehrere große Herde an verschiedenen Körperstellen. Braucht Systemtherapie und Lichttherapie.

Dr. med. Elisângela Wenzel
Die Sklerodermie ist eine Erkrankung, bei der die Unterscheidung alles ist: Morphea oder systemisch, aktiv oder ausgebrannt. Wer einen lila Rand an einem verhärteten Herd sieht, weiß, dass jetzt der Moment für die Therapie ist. Und wer weiße Finger bei Kälte ernst nimmt, kann eine systemische Erkrankung früh erkennen.
Dr. med. Elisângela Wenzel Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, D.A.L.M.

Was Sie selbst tun können

  • Hände warm halten: Bei Raynaud Handschuhe, warme Taschen, keine kalten Getränke anfassen – Kälte löst Gefäßkrämpfe aus.
  • Nicht rauchen: Rauchen verengt die Gefäße und verschlimmert Raynaud und Fingergeschwüre.
  • Haut fetten: Verhärtete Haut braucht rückfettende Pflege, um Rissen vorzubeugen.
  • Bewegung: Dehübungen für Finger und betroffene Gelenke – täglich, um Beweglichkeit zu erhalten.
  • Fotos machen: Herde monatlich fotografieren – so sehen wir, ob sie wachsen oder zur Ruhe kommen.
  • Schluckbeschwerden melden: Die Speiseröhre ist bei systemischer Sklerodermie oft früh betroffen – kleine Bissen, aufrecht essen, und uns informieren.
  • Atemnot ernst nehmen: Bei Belastung kurzatmig? Das kann die Lunge sein – nicht abwarten.
Was sagen unsere Patienten?

Erfahrungen, die Vertrauen schaffen

Häufige Fragen zur Sklerodermie

Ist Morphea gefährlich?

Nein – Morphea betrifft nur die Haut und keine inneren Organe. Sie kann aber Narben, Pigmentverschiebungen und bei Kindern Wachstumsstörungen hinterlassen. Deshalb behandeln wir aktive Herde konsequent.

Wird aus Morphea eine systemische Sklerodermie?

Sehr selten. Morphea und systemische Sklerodermie sind zwei verschiedene Erkrankungen mit unterschiedlichen Antikörpern. Ein Übergang ist die Ausnahme.

Was ist das Raynaud-Phänomen?

Gefäßkrämpfe an den Fingern bei Kälte oder Stress – die Finger werden weiß, dann blau, dann rot. Kommt auch bei Gesunden vor, ist aber bei über 90 Prozent der Patienten mit systemischer Sklerodermie das erste Symptom. Deshalb klären wir es ab.

Ist Sklerodermie heilbar?

Morphea kommt oft nach Jahren von selbst zur Ruhe – die Therapie beschleunigt das und verhindert Narben. Die systemische Sklerodermie ist chronisch, aber mit moderner Therapie deutlich besser kontrollierbar als früher.

Hilft Lichttherapie?

Ja – UV-A1-Lichttherapie ist bei ausgedehnter Morphea wirksam: Sie weicht die verhärtete Haut auf und stoppt die Entzündung. 3 Mal wöchentlich über mehrere Wochen.

Kann Sklerodermie Kinder betreffen?

Ja – die lineare Morphea ist bei Kindern die häufigste Form. Sie kann das Wachstum der betroffenen Extremität beeinträchtigen, wenn sie über Gelenke zieht. Frühe Therapie ist entscheidend.

Werden die Kosten übernommen?

Diagnostik, Biopsie, Labor, Lichttherapie und medikamentöse Therapie sind medizinisch notwendig – private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten.

Beratungstermin

Vereinbaren Sie Ihren Termin – bei verhärteten Hautstellen oder weißen Fingern bei Kälte.

Sklerodermie unterscheiden, sichern und behandeln – Morphea bei uns, systemische Form interdisziplinär. Ihr Hautarzt in Meerbusch bei Düsseldorf, nahe Neuss und Krefeld.

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