Dermatologie

Melasma – warum es anders ist als Altersflecken

Melasma entsteht durch eine Überaktivität der Pigmentzellen, ausgelöst durch Hormone (Schwangerschaft, Pille, Hormontherapie), UV-Strahlung, Wärme und Veranlagung. 90 Prozent der Betroffenen sind Frauen, häufig mit dunklerem Hauttyp. Das Pigment liegt in der Oberhaut, in der Lederhaut oder in beiden Schichten – und je tiefer, desto schwieriger die Behandlung.

Der entscheidende Unterschied zu Altersflecken: Melasma ist keine Ansammlung von Pigment, die man einmal entfernt. Die Pigmentzellen bleiben überaktiv. Jede Sonnenexposition, jede Hitze, jede hormonelle Schwankung kann es reaktivieren. Aggressive Laserbehandlungen können Melasma sogar verschlimmern – durch die Wärme werden die Pigmentzellen zusätzlich angeregt. Deshalb steht bei uns die Vorsicht vor der Aggressivität.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Hormonell und UV-bedingt – Melasma braucht eine langfristige Strategie, keine Einzelbehandlung.
  • Lichtschutz ist Therapie – ohne täglichen LSF 50 mit Eisenoxid ist jede Behandlung vergeblich.
  • Aufhellende Therapie als Basis – Kombinationscremes und Peelings über Monate.
  • Laser mit Bedacht – nur schonende Verfahren, aggressive Laser können Melasma verschlimmern.
  • Ehrliche Erwartung – deutliche Aufhellung ist realistisch, vollständige Heilung selten.
  • Wood-Licht-Diagnostik – wir bestimmen die Pigmenttiefe und damit die Erfolgschancen.
Auf einen Blick

Ihre Behandlung auf einen Blick

Diagnostik
Klinische Untersuchung, Wood-Licht zur Tiefenbestimmung, Hormonanamnese
Stufe 1
Lichtschutz LSF 50 mit Eisenoxid täglich, Trigger meiden
Stufe 2
Aufhellende Kombinationstherapie (Tyrosinase-Hemmer, Retinoide) über 3 bis 6 Monate
Stufe 3
Chemische Peelings, Zaffiro mit aufhellenden Wirkstoffen, orale Therapie
Stufe 4
Schonende Laser (Laser Genesis, fraktioniert niedrig dosiert) – nur bei Therapieresistenz
Erste Aufhellung
Nach 8 bis 12 Wochen konsequenter Therapie
Erhaltung
Dauerhaft – Lichtschutz lebenslang, Auffrischung der Therapie bei Bedarf
Ablauf

Ihre Behandlung in 3 Schritten

  1. 1

    Diagnostik und Aufklärung

    Klinische Untersuchung und Wood-Licht: Liegt das Pigment oberflächlich (gut behandelbar) oder tief (schwieriger)? Hormonanamnese: Pille, Schwangerschaft, Hormontherapie? Wir erklären ehrlich, was erreichbar ist – und dass die Therapie Geduld braucht.

  2. 2

    Stufentherapie

    Lichtschutz sofort und dauerhaft – das ist nicht optional. Aufhellende Kombinationstherapie über Monate. Ergänzend Peelings oder Zaffiro mit aufhellenden Wirkstoffen. Bei Therapieresistenz schonende Laserverfahren in niedriger Energie – niemals aggressive Pigmentlaser, die das Melasma reaktivieren.

  3. 3

    Erhaltung

    Nach der Aufhellung geht es darum, das Ergebnis zu halten: Lichtschutz lebenslang, Erhaltungscreme in reduzierter Frequenz, Vermeidung von Hitze und Hormontriggern. Kontrolle alle 3 bis 6 Monate. Bei Rückfall Wiederaufnahme der Therapie.

  4. 4

    Chemische Peelings

    Medizinische Peelings (Glykolsäure, Salizylsäure, TCA) in unserer Medical Skincare unterstützen die topische Therapie, indem sie die oberflächliche Pigmentierung abtragen und die Wirkstoffpenetration verbessern. Mehrere Sitzungen im Abstand von zwei bis vier Wochen sind üblich.

  5. 5

    Lasertherapie - gezielt und zurückhaltend

    Laser kann bei Melasma unterstützend wirken, muss aber mit Vorsicht eingesetzt werden - zu aggressive Behandlungen können eine Verschlechterung auslösen (postinflammatorische Hyperpigmentierung). In unserer Praxis setzen wir bei Melasma zurückhaltend und gezielt ein: Zaffiro: Hydropeelingund Infrarot-Thermolifting. Sanfte Hauterneuerung ohne aggressiven Abtrag. Auch bei Melasma geeignet.

Dr. med. Elisângela Wenzel
Melasma ist die Pigmentstörung, bei der ich am meisten bremsen muss. Viele Patientinnen kommen mit dem Wunsch nach einer Laserbehandlung – und ich muss erklären, dass genau das schaden kann. Wer Melasma versteht, behandelt es mit Lichtschutz und Geduld. Das Ergebnis ist dann aber nachhaltig.
Dr. med. Elisângela Wenzel Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, D.A.L.M.

Melasma, Altersflecken oder Sommersprossen – so unterscheiden sie sich

Melasma: Große, unscharfe, symmetrische Flecken an Stirn, Wangen, Oberlippe. Frauen 20 bis 50. Hormonell ausgelöst. Kommt nach Laser oft wieder. Therapie: Lichtschutz + aufhellende Cremes, Laser vorsichtig.

Altersflecken (Lentigines): Kleine, scharf begrenzte, runde Flecken an Händen, Gesicht, Dekolleté. Ab 40, beide Geschlechter. UV-bedingt. Laser entfernt sie dauerhaft. Therapie: Rubinlaser, IPL.

Sommersprossen (Epheliden): Viele kleine Flecken, im Sommer stärker, im Winter blasser. Helle Hauttypen, angeboren. Laser möglich, aber Vorsicht bei Veranlagung.

Postinflammatorische Hyperpigmentierung: Dunkle Flecken nach Akne, Verletzung oder Entzündung. Verblassen von selbst über Monate, aufhellende Cremes beschleunigen.

Die Unterscheidung ist entscheidend: Was bei Altersflecken hilft (aggressiver Laser), kann Melasma verschlimmern.

So halten Sie Ihr Melasma in Schach

  • LSF 50 mit Eisenoxid: Normaler Sonnenschutz reicht nicht – sichtbares Licht (auch Bildschirm, Innenbeleuchtung) triggert Melasma. Getönte Sonnencremes mit Eisenoxid blockieren es.
  • Alle 2 Stunden nachcremen: Bei Aufenthalt im Freien. Hut mit breiter Krempe, Sonnenbrille, Schatten.
  • Hitze meiden: Sauna, heiße Bäder, Kochen am offenen Herd – Wärme allein aktiviert die Pigmentzellen.
  • Hormone prüfen: Wenn Sie die Pille nehmen, sprechen Sie mit Ihrem Gynäkologen über Alternativen.
  • Keine Selbstversuche mit Bleichmitteln: Frei verkäufliche Aufheller können Reizungen und paradoxe Verdunklung verursachen.
  • Geduld: Erste Aufhellung nach 2 bis 3 Monaten. Melasma braucht Monate, nicht Wochen.
  • Make-up mit Schutz: Getönte Tagescreme mit LSF und Eisenoxid – Abdeckung und Schutz in einem.
Was sagen unsere Patienten?

Erfahrungen, die Vertrauen schaffen

Häufige Fragen zum Melasma

Ist Melasma heilbar?

Nicht im klassischen Sinne – die Veranlagung der Pigmentzellen bleibt. Aber es lässt sich deutlich aufhellen und mit konsequentem Lichtschutz langfristig kontrollieren. Nach der Menopause verblasst es bei vielen von selbst.

Warum wird Melasma nach Laser oft schlimmer?

Weil die Wärme des Lasers die überaktiven Pigmentzellen zusätzlich stimuliert. Aggressive Pigmentlaser können ein Rebound-Melasma auslösen, das dunkler ist als vorher. Deshalb setzen wir Laser nur schonend und in niedriger Energie ein.

Verschwindet Melasma nach der Schwangerschaft?

Bei vielen Frauen verblasst es nach der Geburt oder nach dem Absetzen der Pille von selbst – innerhalb von Monaten. Konsequenter Lichtschutz beschleunigt das. Bei manchen bleibt es und braucht Therapie.

Was ist der Unterschied zu Altersflecken?

Altersflecken sind scharf begrenzt, klein und lassen sich mit Laser dauerhaft entfernen. Melasma ist unscharf, flächig, hormonell bedingt und kommt nach Laser oft wieder. Die Therapie ist grundverschieden.

Wie lange dauert die Melasma-Therapie?

Erste Aufhellung nach 8 bis 12 Wochen. Die Intensivphase dauert 3 bis 6 Monate, danach Erhaltung. Melasma ist ein Marathon, kein Sprint.

Hilft Vitamin C?

Als Ergänzung ja – Vitamin-C-Seren hemmen die Pigmentbildung leicht und schützen vor freien Radikalen. Als alleinige Therapie reicht es nicht.

Werden die Kosten übernommen?

Melasma gilt in der Regel als ästhetische Indikation. Die fachärztliche Diagnostik wird übernommen, die Therapie ist meist Selbstzahlerleistung.

Beratungstermin

Vereinbaren Sie Ihren Termin

Melasma mit Strategie statt Aggressivität behandeln – ehrliche Beratung, Stufentherapie und lebenslange Begleitung bei Ihrem Hautarzt in Meerbusch bei Düsseldorf, nahe Neuss und Krefeld. Vereinbaren Sie Ihre Beratung – wir zeigen Ihnen, was bei Melasma wirklich hilft.

Termin buchen